IMAGINE

- Neue Bewegungskonzepte in der Luftartistik -

Die Choreografin und Performerin Miriam Kienle nutzt Luftartistik und Tanz als ihre persönlichen Ausdrucksmittel. Dabei beobachtet sie sowohl bei sich selbst als auch bei anderen Performer*innen eine sich wiederholende Bewegungssprache und wiederkehrende Ästhetik in der Luftartistik. Diese Ästhetik ist teilweise durch die technischen Anforderungen in der Luftartistik begründet und teilweise auch durch das stereotype Bild der Luftartistik im traditionellen Zirkus und Varieté, das vor allem Wert auf Eleganz und Schönheit legt. Diese Ästhetik wird im Zeitgenössischen Zirkus bereits teilweise aufgebrochen und Performer*innen finden ihre eigene Bewegungssprache, jedoch sind diese Bemühungen noch am Anfang.

 

 Miriam Kienle möchte Methoden/Konzepte aus dem Zeitgenössischen Tanz nutzen um ihre Bewegungssprache am Luftrequisit zu erweitern. ´

Ausgangspunkte der Recherche sind die Konzepte der Laban /Bartenieff Studien und der Tanz-Imagination nach Eric N. Franklin. In den Laban /Bartenieff Bewegungsstudien (LBBS) werden sechs Kategorien unterschieden, die bei der Gliederung von Bewegung helfen: Körper, Raum, Antrieb, Form, Phrasierung und Beziehung. Dies wird genutzt um bekannte Bewegungsabläufe am Vertikalseil zu analysieren und bewusst zu verändern.

Dieser sehr „verkopfte Ansatz“ wird kombiniert durch Methoden der Tanz-Imagination, in der Bilder und Metaphern eingesetzt werden um eine bestimmte Technik leichter zu erlernen oder eine bestimmte Bewegungsqualität zu erzeugen. Die Tanz-Imagination nutzt die Kraft der Vorstellung, also die Idee, dass Vorstellungsbilder das neuromuskuläre Verhalten des Körpers verändern können. Hier gilt die Recherche der Suche nach geeigneten Bildern um die Ausdrucksmöglichkeiten in der Luft zu erweitern oder aber um die Ausführung der Technik zu unterstützen.

 

 

Fotos: Daniel Herold

 

Herzlichen Dank an Marlen Schumann für die gute Zusammenarbeit und die Schaubühne Lindenfels für die technische Unterstützung und die Bereitstellung des Bühnenraums.